Kurzantwort:Im Jahr 2026 gibt es keine Pflegegeld-Erhöhung. Die aktuellen Beträge – 347 Euro (Pflegegrad 2) bis 990 Euro (Pflegegrad 5) – gelten unverändert seit dem 1. Januar 2025. Die letzte Erhöhung betrug 4,5 Prozent. Die nächste automatische Anpassung ist für den 1. Januar 2028 vorgesehen und richtet sich nach der Kerninflationsrate.
Sie pflegen zu Hause und fragen sich, ob das Pflegegeld 2026 gestiegen ist. Oder Sie blicken voraus auf 2028 und wollen wissen, was die sogenannte Dynamisierung für Ihren Geldbeutel bedeutet. Beides sind berechtigte Fragen – denn die Pflegekosten steigen, während das Pflegegeld seit über einem Jahr auf demselben Stand verharrt.
Dieser Artikel ordnet die Lage sachlich ein: Was hat sich wirklich geändert, wie sah die Entwicklung seit 2017 aus, und was können Sie 2028 erwarten? Mit konkreten Zahlen, einer Vergleichstabelle und dem Gesetzeshintergrund.
Pflegegeld Erhöhung 2026 – was sich geändert hat
Kurz gesagt: nichts. Das Pflegegeld wurde 2026 nicht erhöht. Die Beträge entsprechen exakt dem Stand vom 1. Januar 2025, als die letzte Anpassung um 4,5 Prozent in Kraft trat.
| Pflegegrad | Pflegegeld 2025/2026 | Pflegegeld 2024 | Erhöhung 2025 |
|---|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | 0 € (kein Anspruch) | 0 € | — |
| Pflegegrad 2 | 347 € | 332 € | +15 € (+4,5 %) |
| Pflegegrad 3 | 599 € | 572 € | +27 € (+4,5 %) |
| Pflegegrad 4 | 800 € | 764 € | +36 € (+4,5 %) |
| Pflegegrad 5 | 990 € | 946 € | +44 € (+4,5 %) |
Die Erhöhung zum 1. Januar 2025 war die zweite Stufe des Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetzes (PUEG), das im Mai 2023 verabschiedet wurde. Die erste Stufe – eine Erhöhung um 5 Prozent – galt seit dem 1. Januar 2024.
Wichtig:Auch wenn das Pflegegeld 2026 nicht gestiegen ist, gibt es seit dem 1. Juli 2025 den gemeinsamen Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege in Höhe von 3.539 Euro. Außerdem wird das Pflegegeld bei einem Krankenhausaufenthalt jetzt bis zu acht Wochen weitergezahlt (vorher vier Wochen).
Erhöhungshistorie 2017–2026: Alle Beträge im Überblick
Im Januar 2017 wurden die früheren Pflegestufen durch die heutigen Pflegegrade ersetzt. Seitdem hat sich beim Pflegegeld erstaunlich wenig getan – sechs Jahre lang blieben die Beträge komplett eingefroren:
| Zeitraum | PG 2 | PG 3 | PG 4 | PG 5 | Änderung |
|---|---|---|---|---|---|
| 2017–2023 | 316 € | 545 € | 728 € | 901 € | Keine (7 Jahre unverändert) |
| 2024 | 332 € | 572 € | 764 € | 946 € | +5 % (PUEG Stufe 1) |
| 2025–2026 | 347 € | 599 € | 800 € | 990 € | +4,5 % (PUEG Stufe 2) |
| 2027 | 347 € | 599 € | 800 € | 990 € | Keine Erhöhung geplant |
| 2028 | Dynamisierung nach § 30 SGB XI (Prognose: +7–8 %) | Automatische Anpassung | |||
Die Tabelle zeigt deutlich: Zwischen 2017 und 2023 wurde das Pflegegeld nicht ein einziges Mal angepasst – obwohl die Inflation in diesem Zeitraum kumuliert bei über 20 Prozent lag. Erst das PUEG brachte 2024 und 2025 die längst überfälligen Erhöhungen.
Weitere Details zu den aktuellen Beträgen und Pflegesachleistungen finden Sie in unserer Pflegegeld-Tabelle 2026.
Pflegegeld Erhöhung 2028 – was geplant ist
Zum 1. Januar 2028 steht die nächste automatische Anpassung an. Anders als bei den bisherigen politischen Einzelentscheidungen greift dann erstmals die gesetzliche Dynamisierung nach § 30 SGB XI. Das bedeutet: Die Erhöhung erfolgt nicht nach Gutdünken der Bundesregierung, sondern nach einer festen Formel.
So funktioniert die Dynamisierung
Das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) hat 2023 einen neuen Mechanismus eingeführt: Alle drei Jahre werden die Pflegeleistungen automatisch angepasst. Die Berechnung folgt zwei Regeln:
- Messgröße: Die Pflegeleistungen steigen in Höhe der kumulierten Kerninflationsrate der letzten drei Kalenderjahre, für die Daten vorliegen. Für 2028 sind das die Jahre 2025, 2026 und 2027.
- Obergrenze: Die Erhöhung darf nicht höher ausfallen als der Anstieg der Bruttolohn- und Gehaltssumme je abhängig Beschäftigten im selben Zeitraum.
In einfachen Worten: Die Pflegeleistungen wachsen mit der Kerninflation – aber nie schneller als die Löhne. Es gilt immer der kleinere Wert. Das soll verhindern, dass die Pflegeversicherung stärker belastet wird, als die Beitragszahler verkraften können.
Was ist die Kerninflation? Die Kerninflation misst die Preisentwicklung ohne Energie und Nahrungsmittel – also die Teile, die besonders stark schwanken. Sie gilt als stabileres Maß für die tatsächliche Kaufkraftentwicklung und liegt typischerweise etwas unter der Gesamtinflation.
Prognose: Mit wie viel Prozent können Sie rechnen?
Endgültige Zahlen gibt es noch nicht – die hängen von der Kerninflation 2026 und 2027 ab. Aber die Richtung zeichnet sich ab:
- Kerninflation 2025: rund 2,4 Prozent (Statistisches Bundesamt)
- Kerninflation 2026: Prognosen liegen bei 1,9 bis 2,4 Prozent (Bundesbank, ifo-Institut, IfW Kiel)
- Kerninflation 2027: Prognosen liegen bei 2,0 bis 2,5 Prozent
Kumuliert über drei Jahre ergibt das eine Erhöhung von geschätzt 7 bis 8 Prozent. In absoluten Zahlen könnte das so aussehen:
| Pflegegrad | Aktuell (2025–2027) | Prognose 2028 (+7,5 %) | Differenz |
|---|---|---|---|
| Pflegegrad 2 | 347 € | ca. 373 € | +26 € |
| Pflegegrad 3 | 599 € | ca. 644 € | +45 € |
| Pflegegrad 4 | 800 € | ca. 860 € | +60 € |
| Pflegegrad 5 | 990 € | ca. 1.064 € | +74 € |
Hinweis: Die Prognose basiert auf einer geschätzten kumulierten Kerninflation von 7,5 Prozent über drei Jahre. Die tatsächlichen Beträge werden vom Bundesgesundheitsministerium im Bundesanzeiger bekanntgemacht, sobald die endgültigen Inflationsdaten vorliegen.
Die genauen Beträge Ihres aktuellen Pflegegeldes finden Sie in unserem Ratgeber Pflegegeld 2026.
Reicht das Pflegegeld? Eine sachliche Einordnung
Das Pflegegeld ist keine Vergütung für die Pflegeleistung. Es ist eine „finanzielle Anerkennung" – so steht es im Gesetz. Aber selbst als Anerkennung hat es in den letzten Jahren massiv an Wert verloren.
Der Realwert-Verlust seit 2017
Von 2017 bis 2023 blieb das Pflegegeld sieben Jahre lang bei 316 Euro (Pflegegrad 2). In derselben Zeit stieg die Verbraucherpreisinflation kumuliert um über 20 Prozent. Das bedeutet: Ein Euro Pflegegeld kaufte 2023 deutlich weniger als 2017. Die Erhöhungen 2024 und 2025 (+5 % und +4,5 %) haben den Verlust nur teilweise ausgeglichen.
Pflegekosten steigen schneller als das Pflegegeld
Die tatsächlichen Kosten für häusliche Pflege steigen stärker als die allgemeine Inflation. Pflegedienste erhöhen ihre Preise, weil Fachkräfte immer schwerer zu finden sind. Hilfsmittel werden teurer. Und wer eine 24-Stunden-Betreuung organisieren muss, zahlt inzwischen deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren.
Die Dynamisierung ab 2028 ist ein Fortschritt gegenüber dem früheren Stillstand. Aber sie ist an die Kerninflation gekoppelt – nicht an die tatsächliche Entwicklung der Pflegekosten. Wenn die Pflegekosten schneller steigen als die allgemeine Inflation, wächst die Lücke zwischen Pflegegeld und realem Bedarf weiter.
Sachliche Einordnung:Die Dynamisierung nach § 30 SGB XI ist ein richtiger Schritt – sie verhindert, dass das Pflegegeld jahrelang stagniert wie zwischen 2017 und 2023. Aber eine automatische Anpassung an die Kerninflation ist nicht dasselbe wie eine Anpassung an die tatsächlichen Pflegekosten. Der Realwert-Verlust wird gebremst, nicht ausgeglichen.
Was Sie jetzt tun können
Unabhängig von der Pflegegeld-Entwicklung stehen Ihnen weitere Leistungen zu, die viele Betroffene nicht ausschöpfen:
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 42 Euro monatlich – kostenlos, ohne Rezept. Hier beantragen.
- Entlastungsbetrag:131 Euro monatlich für Betreuungs- und Entlastungsangebote (ab Pflegegrad 1).
- Entlastungsbudget:3.539 Euro jährlich für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege (seit Juli 2025, ab Pflegegrad 2).
- Kombinationsleistung: Pflegegeld und Pflegesachleistungen gleichzeitig nutzen.
Erfahren Sie in unserem Ratgeber Pflegegeld beantragen, wie Sie Ihren Anspruch geltend machen.
Häufige Fragen zur Pflegegeld-Erhöhung
Wurde das Pflegegeld 2026 erhöht?
Nein. Im Jahr 2026 gibt es keine Pflegegeld-Erhöhung. Die aktuellen Beträge – 347 Euro (Pflegegrad 2) bis 990 Euro (Pflegegrad 5) – gelten unverändert seit dem 1. Januar 2025. Die letzte Erhöhung betrug 4,5 Prozent im Rahmen des PUEG.
Wann wird das Pflegegeld das nächste Mal erhöht?
Die nächste automatische Anpassung ist für den 1. Januar 2028 vorgesehen. Die Erhöhung richtet sich nach der kumulierten Kerninflationsrate der Jahre 2025 bis 2027 und wird durch die Bruttolohnentwicklung gedeckelt.
Wie hoch wird die Pflegegeld-Erhöhung 2028 ausfallen?
Das steht noch nicht endgültig fest. Auf Basis der bisherigen Kerninflationsdaten und Prognosen rechnen Experten mit einer Erhöhung von etwa 7 bis 8 Prozent zum 1. Januar 2028. Bei Pflegegrad 5 würde das Pflegegeld dann von 990 Euro auf rund 1.064 Euro steigen.
Was ist die Dynamisierung nach § 30 SGB XI?
Die Dynamisierung ist ein seit 2023 gesetzlich verankerter Mechanismus, der die Pflegeleistungen alle drei Jahre automatisch an die Kerninflationsrate anpasst. Die Erhöhung wird gleichzeitig durch die Bruttolohnentwicklung gedeckelt – es gilt der kleinere Wert. Das soll verhindern, dass das Pflegegeld jahrelang stagniert wie zwischen 2017 und 2023.
Warum wurde das Pflegegeld zwischen 2017 und 2023 nicht erhöht?
Zwischen 2017 und 2023 gab es keine gesetzliche Pflicht zur regelmäßigen Anpassung des Pflegegeldes. Die Bundesregierung hätte es per Verordnung erhöhen können, hat es aber nicht getan. Erst mit dem PUEG von 2023 wurde die automatische Dynamisierung eingeführt, die das in Zukunft verhindern soll.
Reicht das Pflegegeld zum Leben?
Das Pflegegeld ist keine Vergütung für die Pflegeleistung, sondern eine finanzielle Anerkennung. Es deckt in der Regel nur einen Bruchteil der tatsächlichen Pflegekosten. Zusätzlich stehen Ihnen weitere Leistungen zu – etwa 42 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel oder der Entlastungsbetrag von 131 Euro.
Zusammenfassung
Das Pflegegeld wurde 2026 nicht erhöht. Die Beträge von 347 Euro (Pflegegrad 2) bis 990 Euro (Pflegegrad 5) gelten unverändert seit Januar 2025. Zwischen 2017 und 2023 stagnierte das Pflegegeld sogar sieben Jahre lang. Erst das PUEG brachte 2024 (+5 %) und 2025 (+4,5 %) die überfälligen Erhöhungen.
Die nächste Anpassung kommt zum 1. Januar 2028 – diesmal automatisch über die gesetzliche Dynamisierung nach § 30 SGB XI. Prognose: rund 7 bis 8 Prozent, abhängig von der Kerninflation. Das ist ein Fortschritt, gleicht aber den Realwert-Verlust der vergangenen Jahre nicht vollständig aus.
Prüfen Sie, ob Sie alle Leistungen ausschöpfen, die Ihnen zustehen. Neben dem Pflegegeld haben Sie Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel im Wert von 42 Euro monatlich, den Entlastungsbetrag und das Entlastungsbudget für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.
Quellen und Hinweise
- § 30 SGB XI – Dynamisierung der Pflegeleistungen
- § 37 SGB XI – Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen
- Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) – Bundesgesetzblatt 2023
- Bundesministerium für Gesundheit – Pflegeleistungen
- § 30 SGB XI – Gesetzestext bei dejure.org
- Kerninflationsdaten: Statistisches Bundesamt, Bundesbank, ifo-Institut, IfW Kiel
Alle Angaben wurden im April 2026 recherchiert und geprüft. Rechtsänderungen sind möglich. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
